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Mittwoch, 2. April, 22.30 Uhr, Kino 1
Reihe Auszeit


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IM LAUF DER ZEIT

Ein Mann erwacht in seinem LKW, irgendwo an der Elbe. Ein anderer rast mit seinem VW-Käfer in den Fluss, ein paar Meter von dem LKW entfernt. Der eine, Bruno, sieht die Raserei und lacht über das, was er sieht. Der andere ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Mürrisch, fast wütend schwimmt er an Land. Als er das Ufer betritt, reicht Bruno ihm wortlos ein Handtuch, eine Tasse Kaffee und trockene Kleider. Bruno repariert Vorführmaschinen in den abgelegenen Kinos der deutschen Provinz. In seinem LKW, der Arbeits- und Wohnstätte zugleich für ihn ist, transportiert er allerlei Krimskrams, den er nicht nur besitzt, um seine Arbeit zu erledigen: Lautsprecher, Filmkurier-Heftchen, Matratzen, die Leuchtschrift 'Apollo' und eine Jukebox. Der andere Mann, Robert, hat gerade seine Frau verlassen, aber er denkt unaufhörlich an sie. Er weiß nicht recht, was er tun und wo er eigentlich hin soll.

Kurz darauf, sie sind gerade dabei, sich zu trennen, singt der eine: "When the train comes in the station" ... Und der andere singt weiter: ... "with a suitcase in my hand". Das lässt sie lächeln und schließlich zusammenbleiben. Mit diesem Film gelangte Wim Wenders endgültig zu seinem eigenen, unverkennbaren Stil.

"Im Lauf der Zeit steht für eine sehr eigenständige, dem Zeitgefühl geradezu entgegenstehende kinematographische Strategie. Wo andere das Offensichtliche oder das Letzte angehen, fragt der Film nach dem Einfachen: der Empfindung fürs tagtägliche Leben; und das mit den einfachsten Gesten. Nichts wird besonders dramatisiert, nichts kunstvoll zugespitzt. Alles, was passiert, geschieht über Verhalten, Beobachtung und Bewegung. Die Männer und ihre Handlungen, auch im kleinen, die Dinge um sie herum, und die Räume, die sie durchqueren: Etwas kommt in Gang, das dem Grundlegenden sich verweigert und gerade deshalb um so grundlegender wirkt. Keine Geschichte, auf Höhepunkte bezogen, sondern das Konkrete, direkt und unmittelbar." (Norbert Grob)

"Mein Film handelt davon, dass sich die beiden Männer mögen. Die Geschichte von der Abwesenheit der Frauen, die gleichzeitig die Geschichte ist von der Sehnsucht, dass sie noch anwesend wären." (Wim Wenders)

FIPRESCI-Preis (Cannes 1976)
Golden Hugo (Chicago)
Prädikat "besonders wertvoll"



BRD 1975
175 min, 35mm, s/w

Regie/Buch: Wim Wenders
Kamera: Robby Müller
Schnitt: Peter Przygodda
Musik: Axel Linstädt
Verleih: Basis-Film
© 2003