Intro Programm Info Gruppen Archiv
Übersicht Filmreihen Reg. Wettbewerb Bridget Pickering oldenburg eins

Donnerstag, 3. April, 22.30 Uhr, Kino 2
Reihe Film als Film


Karten
reservieren

A MOVIE

Bruce Conner hat für A MOVIE gefundenes Material alter, teilweise bekannter Hollywoodfilme verwendet, das Katastrophenbilder zeigt. Indem er die Filmsequenzen aus ihrem alten narrativen Kontext herauslöst, um sie neu zu verbinden, verleiht er ihnen eine vom Original unabhängige Existenz. A MOVIE schafft mit dieser dekonstruktivistischen Methode eine Form von Film, die Dramaturgie nachahmt. Titel, Name des Regisseurs und Vorspannzahlen werden als Teil des Films gezeigt, wobei die Vorspannzahlen weniger auf den materiellen Aspekt des Films verweisen, als dass sie den Count-down für die Katastrophe liefern.


von Bruce Conner
USA 1958, 14 min

MOTHLIGHT

MOTHLIGHT betont den materiellen Aspekt von Film, indem Material als Inhalt bewusst gemacht wird. Brakhage klebte Blütenblätter, Blumenstengel, Mottenflügel und Gras auf 16 mm Filmstreifen und schuf so eine direkte, nicht gefilmte Collage, die illusorische räumliche Tiefe nicht zulässt, sondern die Tiefe des Bildes allein durch die Tiefe des Objekts auf dem Material entstehen lässt. MOTHLIGHT verbindet Material und Licht und das lichtdurchlässige Material wird so zur Metapher für das Zelluloid des Films.


von Stan Brakhage
USA 1963, 4 min

ROHFILM

Das Ausgangsmaterial für ROHFILM bilden Familienaufnahmen der Heins. Halbe Filmstreifen mit Perforation, zerteilte Filmbilder und auf Blankfilm geklebte Schmutzpartikel werden zu einer Collage aus 3 bis 4 übereinanderliegenden Filmstreifen, die projiziert wird und das so entstehende neue Bild von der Leinwand abgefilmt. Diese radikale Auflösung der Realitätsillusion soll nicht nur die Gestaltungsprozesse deutlich machen, sondern Film als technisch reproduziertes Kunstwerk bewusst machen.


von Birgit und Wilhelm Hein
Deutschland 1968, 20 min

3/60-BÄUME IM HERBST

"In BÄUME IM HERBST ist die neue Raum/Zeit-Verschmelzung der Erfahrung von gegen den Himmel aufgenommenen Ästen zur Plastizität des Aufnahmesystems geworden, zur Beziehung zwischen Objekt und Aufnahme. Und ihre Raum/Zeit-Wahrnehmungs-Beziehungen sind untrennbar. Der strukturelle Prozess wird zum Gegenstand." (Malcolm Le Grice)


von Kurt Kren
Österreich 1960, 5 min

REIGN OF THE VAMPIRE

"Auch wenn die repetitiven Bilder in REIGN OF THE VAMPIRE eindeutig auf systematische Weise zusammengestellt sind, ist die Strategie für das Publikum nicht notwendigerweise erkennbar. Le Grice hat erklärt, dass das System sich eher kinetisch als intellektuell verstehen lasse. Die kontinuierlichen, subtilen Veränderungen in den Endlosschleifen scheinen für ein Brainwashing weitaus geeigneter denn als Material für eine rationale Interpretation. Werden diese Bilder mit einem ebenso schonungslosen, sich langsam entwickelnden Soundtrack verbunden, entsteht ein Gesamteffekt der zerebralen Zerrüttung." (Mark Webber)

"Der Film könnte als Synthese der How to screw the C.I.A.-Serie gelten. Er basiert in formaler Hinsicht auf der versetzten Loop-Struktur, bei der eine Reihe aus drei Paaren von Bild-Schleifen verschiedener Länge übereinander gelagert werden. Die Bilder beinhalten Elemente aus allen vorherigen Teilen der Serie. Die Filmsequenzen, aus denen die Endlosschleife besteht, werden wiederum wegen ihrer Kombination aus semantischen Beziehungen und abstrakten Bewegungsfaktoren gewählt. Der Soundtrack wird für den Film jedoch unabhängig davon erstellt und besitzt eine ähnliche Loop-struktur." (Malcolm Le Grice)


von Malcolm Le Grice
Großbritannien 1970, 10 min

MAN WITH THE MOVIE CAMERA

David Crosswaite gelingt in MAN WITH THE MOVIE CAMERA mit einem einfachen Arrangement Kamera, Kameramann, Spiegel, Raum eine komplexe Meditation über Film. Zentraler Inhalt ist die Kamera und ihre Funktionsweise. Sie verdeutlicht nicht nur den Prozess des Filmens, sondern mit jeder Veränderung ihrer Einstellung durch den Kameramann das Zusammenwirken von Subjekt und Technik. Dabei ist das Ergebnis der Veränderung im Film selbst zu sehen. Der Spiegel zeigt diesen Prozess, verdoppelt ihn und verweist, indem er auch den Raum einfängt, auf den die Kamera nicht gerichtet ist, auf den Ausschnittcharakter des Gefilmten und den Raum jenseits des filmisch Erfassten.


von David Crosswaite
Großbritannien 1973, 8 min

WATER SARK

"WATER SARK is a desperate self-portrait, photographing myself in those mirrors on the table with all that water and prisms and glasses and cups."
"WATER SARK has very much to do with acid and light and an innocent rediscovery of water."
"WATER SARK is a film sculpture, drawing beeing made while you wait."
(Joyce Wieland)


von Joyce Wieland
Kanada 1964-65, 14 min

LINE DESCRIBING A CONE

"Der erste Film, der wirklich nur im dreidimensionalen Raum existiert. Er handelt vom Lichtstrahl selbst, nicht vom Lichtstrahl als Träger kodierter Information. Eine Leinwand wird nicht gebraucht. Der Zuschauer sieht den Film, indem er der Seite, auf der sonst die Leinwand wäre, den Rücken kehrt und dem Strahl entlang gegen den Projektor blickt. Der Film setzt ein als zusammenhängende Linie aus Licht, ähnlich einem Laserstrahl, und entwickelt sich im Verlauf seiner dreißigminütigen Dauer zu einem geschlossenen, hohlen Konus aus Licht. Er tut es direkt, unabhängig von jeder anderen Rücksicht. Er existiert nur in der Gegenwart, dem Augenblick der Vorführung. Er bezieht sich auf nichts, das außerhalb dieser realen Zeit wäre. Er enthält keinerlei Illusion." (Anthony Mc Call)


von Anthony Mc Call
Großbritannien 1973, 30 min
© 2003