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Freitag, 4. April, 17.30 Uhr, Kino 2
Reihe Film als Film


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1933

Joyce Wieland wiederholt eine Alltagsstraßenszene zehnmal und blendet in der ersten, vierten und zehnten Wiederholung den Schriftzug 1933 ein. Die Kontrastierung der gefilmten Szene mit dem flachen Schriftzug baut eine Dichotomie von Alltag und Geschichte auf, ohne einen eindeutigen Bezug herzustellen. Da der Schriftzug Teil des Bildes ist ohne integriert zu werden, bleibt diese Spannung erhalten. Zugleich löst die Flachheit des Schriftzugs die Illusion der Räumlichkeit auf und macht die Flachheit der Leinwand und deren Grenzen bewusst. Durch die verschiedenen Geschwindigkeiten, in denen die Straßenszene gezeigt wird, wird zudem filmische Zeit bewusst gemacht. Diese Verschränkung von Raum und Zeit stellt die Frage der Darstellbarkeit des Hier und Jetzt im Film.


von Joyce Wieland
Kanada 1967-68, 4 min

WAVELENGTH

"The film is a continuous zoom which takes 45 minutes to go from its widest field to its smallest and final field. It was shot with a fixed camera from one end to an end of an 80 foot loft, shooting the other end, a row of windows and the street. This, the setting and the action which takes place there are cosmically equivalent. The room (and the zoom) are interrupted by four human events including a death. The sound of these occasions is sync sound, music and speech, occurring simultaneously with an electric sound, a sine wave, which goes from its lowest (50 cycles per second) note to its highest (12000 c.p.s.) in 40 minutes. It is a total glissando while the film is a crescendo and a dispersed spectrum which attempts to utilize the gifts of both prophecy and memory which only film and music have to offer." (Michael Snow)


von Michael Snow, Kanada 1967, 45 min

ZORN'S LEMMA

"In the beginning of time, light drew out matter along with itself into a mass as great as the fabric of the world." (Robert Grosseteste: "On Light, or the Ingression of Forms")

ZORN'S LEMMA beginnt mit der Lesung einer Fibel im Dunkeln. Im zweiten Teil werden Lettern des lateinischen Alphabets durch Wörter und diese durch Bilder ersetzt, wobei jede Sequenz eine Sekunde lang ist. Der letzte Teil, zu dem Grossetestes "On Light" gelesen wird, zeigt eine Winterlandschaft in der eine Frau, ein Mann und ein Hund spazieren und endet mit der Verschmelzung des Schneegestöbers mit der Filmkörnung.

"We begin in the dark and end in light, a suggestive metapher for the experience proposed by this Film." (Wanda Bershen)


von Hollis Frampton
USA 1970, 60 min
© 2003