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Rosa Winkel im toten WinkelViele Jahrzehnte wurde das Schicksal Homosexueller in Konzentrationslagern und Zuchthäusern ausgeblendet und verdrängt. Es kann nur geschätzt werden, wie viele Menschen auf Grund ihrer Homosexualität von den Nazis interniert wurden. Vermutlich zählen mehrere 10.000 Menschen, hauptsächlich Männer, zu den homosexuellen Opfern. Viele Tausend davon kamen um. Nach dem Krieg galt der berüchtigte, unter den Nazis verschärfte Paragraf 175, der homosexuelle Handlungen zwischen Männern grundsätzlich unter Strafe stellte, in der DDR in der Vorkriegs-Fassung bis 1968 und in der BRD unverändert bis 1969 weiter. Erst 1989 (DDR) bzw. 1994 (BRD) wurden die Reste der diskriminierenden Regelung abgeschafft und für alle Menschen ein einheitliches Schutzalter für sexuelle Akte gleich welcher Art eingeführt. Durch die fortdauernde Diskriminierung von Schwulen wagte kaum eines der überlebenden Naziopfer, eine Entschädigung zu beantragen, da man sich dadurch wieder der staatlichen Verfolgung aussetzte. Diejenigen, die es dennoch wagten, wurden abgewiesen. Seit Anfang der 90er-Jahre wird das Schicksal schwuler Männer und lesbischer Frauen in der NS-Zeit vermehrt öffentlich bekannt gemacht. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf den schwulen Naziopfern, zum Thema der Verfolgung lesbischer Frauen wird nach wie vor wenig geforscht und diese Arbeit kaum wahrgenommen. RollenWechsel möchte mit dieser Filmreihe auch in Oldenburg eine Diskussion anstoßen und dem Vergessen homosexueller Naziopfer entgegen wirken. Das Thema Nationalsozialismus wird dabei sowohl durch Spielfilme als auch mit Hilfe von Dokumentationen auf die Leinwand gebracht. Besonders die Spielfilme zeigen eindrücklich aus lesbischer bzw. schwuler Sicht, dass auch in den dunkelsten Zeiten Liebe und Nähe existieren konnten. Ergänzend zu den Filmen hat RollenWechsel in Kooperation mit dem Autonomen Schwulenreferat der Uni den Soziologieprofessor Rüdiger Lautmann eingeladen. Er wird in einem Vortrag mit dem Titel "Die Farbe Rosa: Zur nationalsozialistischen Homosexuellenverfolgung" einen Überblick über die Thematik geben. Die lesbische Perspektive erläutert auf Einladung des Feministischen Referats der Uni Oldenburg die auf diesem Gebiet führende Wissenschaftlerin Claudia Schoppmann im Mai in einem eigenen Vortrag. Der Frauenbuchladen Violetta, der während der Filmtage im PFL präsent sein wird, hält zudem eine Auswahl von Büchern zum Thema bereit. |
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